Internationaler Frauentag im Frauen- und Kinderschutzhaus der Caritas in Ballenstedt

Der 100. Internationale Frauentag war Anlass für einen Besuch der Landtagskandidatin Monika Hohmann in Begleitung von Helga Poost (Stadträtin in Quedlinburg) und Detlef Tichatschke (Mitglied im Jugendhilfeausschuss des Kreistages) im Frauen- und Kinderschutzhaus in Ballenstedt, um den Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen mit einem kleinen Blumengruß zu gratulieren und sich bei der Gelegenheit über die Einrichtung zu informieren.

 

Das Frauen- und Kinderschutzhaus ist ein fester Bestandteil im Netzwerk der sozialen Einrichtungen im Landkreis Harz. Frau Richter, die Leiterin der Einrichtung, Frau Zelke, eine Mitarbeiterin der Einrichtung, Frau Meinecke, eine Pädagogikstudentin im Praktikum und Frau Brand vom Caritas-Verband Halberstadt, als Vertreterin des Trägers der Einrichtung, gaben einen anschaulichen Überblick über die Geschichte und die Arbeitsfelder des Frauen- und Kinderschutzhauses.

 

In der Einrichtung finden Frauen und ihre Kindern Zuflucht vor der häuslichen Gewalt des Partners und psychosoziale Betreuung durch kompetente Mitarbeiterinnen. Die Arbeit der engagierten Mitarbeiterinnen geht oft über den Aufenthalt im Frauenhaus hinaus, so wird den Frauen und Kindern mit der Beschaffung und Einrichtung von Wohnraum eine Rückkehr ins „normale Leben“ außerhalb der Einrichtung erleichtert und viele ehemalige Bewohnerinnen halten den Kontakt aufrecht und sind teilweise inzwischen selbst ehrenamtlich für die Einrichtung tätig.

 

Die Existenz und die Arbeitsfähigkeit sind in besonderem Maße von den Zuschüssen des Landes Sachsen-Anhalt und des Landkreises Quedlinburg, sowie von Mitteln aus Spenden und Lotterien abhängig. Die massiven Kürzungen im Finanzausgleich des Landes Sachsen-Anhalt für 2011 und 2012 bedrohen diese gesellschaftlich wichtige Arbeit. Deshalb wird sich DIE LINKE – Fraktion des Kreistages und des künftigen Landtages vehement dafür einsetzen, die Tätigkeit solcher Einrichtungen als Pflichtaufgabe anzusehen und sie finanziell zu sichern.

 

Ein weiteres Problemfeld ist die Kinderbetreuung in der Einrichtung selbst. Sie soll einerseits eine intensive therapeutische Arbeit mit den Müttern ohne Sorge um ihre Kinder gewährleisten und andererseits den Kindern Bildung und Spiel in einer geschützten Umgebung bieten. Dazu ist eine Fachkraft für die Kinderbetreuung, die gegenwärtig über eine Kommunal-Kombi-Arbeitskraft realisiert wird, erforderlich und langfristig zu sichern.

 

Ein eindeutiges Bekenntnis des Landkreises Harz zur Notwendigkeit der Einrichtung und eine weitere Verbesserung der Zusammenarbeit mit dem Jugendamt des Landkreises Harz sind dringend geboten. So sollten u.a. Hilfesuchende, die sich an das Jugendamt wenden, auch in erster Linie in dieser Einrichtung im Landkreis untergebracht werden.

 

Ein Rundgang durch die Einrichtung, anregende Gespräche mit Bewohnerinnen und die Übergabe einer Kleider- und Spielzeugspende waren Abschluss des Besuches aber mit Sicherheit nicht Abschluss der Bemühungen zur Unterstützung des Frauen- und Kinderschutzhauses.

 

Ballenstedt, den 08. März 2011