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Über 16 Mio. Euro Investitionsbedarf bei kommunalen Schwimmbädern im Harzkreis – LINKE fordert höhere Zuschüsse für Sanierungen

Harzkreis. In Deutschland sind fast 60 Prozent der Zehnjährigen keine
sicheren Schwimmer. Ein Viertel der Grundschulen in der Bundesrepublik
hat keinen Zugang mehr zu einem Schwimmbad. Über Jahre sind etliche
Schwimmbäder aus Kostengründen geschlossen worden und nach wie vor gibt
es einen riesigen Sanierungsstau von bundesweit geschätzt 4,5 Milliarden
Euro, den die Kommunen nicht alleine tragen können.

Wie die LINKEN-Politiker aus Bund, Land und Kreis; Jan Korte (MdB),
Monika Hohmann (MdL) und die Kreisvorsitzende Evelyn Edler weiter
mitteilen, beziffert sich allein im Landkreis Harz der
Investitionsbedarf bei kommunalen Schwimmbändern auf mindestens 16,3
Millionen Euro. Das geht aus einer Umfrage des Städte- und
Gemeindebundes Sachsen-Anhalt unter den Kommunen im Land hervor.

Der aktuelle Investitionsbedarf, den die Harzer Gemeinden für Frei- und
Schwimmbäder in kommunaler Trägerschaft in den Kernstädten und
Ortsteilen beziffern, verteilt sich wie folgt:  Blankenburg: 200.000
Euro, Halberstadt: 2,5 Mio. Euro, Harzgerode: 5,5 Mio. Euro, Huy:
125.000 Euro, Nordharz: 125.000 Euro, Thale: 500.000 Euro, Oberharz: 4,0
Mio. Euro, Osterwieck: 600.000 Euro und Wernigerode: 2,8 Mio. Euro.

Für die Harzkreis-LINKE und ihre Abgeordneten im Landtag und Bundestag
sind die bisherigen Förderprogramme des Bundes viel zu gering
ausgefallen. „Unterstützung aus dem nun ausgelaufenen Bundesprogramm
„Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und
Kultur“ haben Kommunen für rund 1.300 Projekte beantragt, bei 400 der
Bewerbungen ging es um die Sanierung oder den Ersatzneubau von
Schwimmbädern - für 119 davon gibt es nun eine Förderung, die anderen
gingen leer aus“, stellen Korte, Hohmann und Edler fest.

„Die 640 Millionen Euro, die der Bund bis zum Jahr 2024 in Sportanlagen
investieren will, sind nur ein Bruchteil des geschätzten
Sanierungsbedarfes von insgesamt 4,5 Milliarden Euro. So lassen sich der
bestehende Sanierungsstau und das Bädersterben nicht aufgehalten. Gerade
für die, die sich keinen Sommerurlaub am Meer leisten können, ist ein
Schwimmbad vor Ort unverzichtbar. Das können diejenigen, die dieses Jahr
wegen des Corona-Risikos zuhause bleiben, mit Sicherheit nachvollziehen.
Wann, wenn nicht jetzt, wäre die Zeit, einen Investitionsplan aufzulegen
und massiv in die Schwimmfähigkeit von Kindern und in die Gesundheit der
Bevölkerung zu investieren?“, erklären die Linkspolitiker. Auch das Land
müsse hier mehr tun. So fordert die Landtagsfraktion bereits seit 2019
einen Landes-Investitionsfonds von jährlich 5 Mio. Euro.

So sei das 1994 in der Oberharzstadt errichtete Benneckensteiner
Hallenbad, dass vor wenigen Jahren auf Grund des für die Kommune nicht
leistbaren Investitionsbedarfes geschlossen wurde, ein mahnendes
Beispiel für die chronische finanzielle Unterfinanzierung unserer Dörfer
und Städte. Diesen Investitionsbedarf in die Bäder-Infrastruktur können
unsere Kommunen nicht aus eigener Kraft stemmen können, stellen Korte,
Hohmann und Edler abschließend fest.