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Gute Kinderbetreuung braucht bessere Arbeitsbedingungen

Zu den heute in der Volksstimme veröffentlichte Zahlen der Studie „Der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt -Berufe der Kinderbetreuung“ der Bundesagentur für Arbeit der Regionalagentur Sachsen- Anhalt- Thüringen erklärt die kinder- und familienpolitische Sprecherin Monika Hohmann:

„Rechtzeitig zur Novellierung des Kinderbetreuungsgesetzes in Sachsen- Anhalt legt die Bundesagentur für Arbeit wichtige Daten zur Situation von Erzieherinnen und Erziehern in Sachsen- Anhalt vor. Damit sehen wir uns mit der Einbringung unseres Gesetzentwurfes zur letzten Landtagssitzung im Juni bestätigt, der unter anderem die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten vorsieht.

Demnach brauchen wir dringend eine Entlastung des pädagogischen Personals durch die Etablierung von Vor- und Nachbereitungszeiten, die Bereitstellung von Reservestunden für Ausfallszeiten sowie die angemessene Freistellung von Leiterinnen und Leitern für ihre fachliche und organisatorische Arbeit.

Diese Forderungen wurden in der Landtagsdebatte von Ministerin Petra Grimm- Benne noch als Populismus deklariert. Die Zahlen der o.g. Studie sprechen eine andere Sprache. So waren 2016 rund 16.600 Teilzeit- und 5.600 Vollzeitkräfte in der Kinderbetreuung und -erziehung angestellt. Damit weist Sachsen-Anhalt neben Sachsen und Brandenburg den höchsten Teilzeitanteil im Vergleich aller Bundesländer auf.

Weiterhin pendeln knapp 1.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte der Kinderbetreuung und -erziehung aus Sachsen-Anhalt in andere Bundeländer. Die Zahl der arbeitslosen Erzieherinnen und Erzieher in Sachsen-Anhalt stieg in den vergangenen Jahren wieder leicht, von insgesamt 2.446 Arbeitslosen im Juni 2011 auf 2.637 im Juni 2016.

Auch aus dem Bildungsministerium war zu erfahren, dass jährlich ca. 800 Absolventinnen und Absolventen mit einer Erzieherausbildung zur Verfügung stehen würden.

Die Fraktion DIE LINKE ist der Auffassung mit verbesserten Arbeitsbedingungen, einer tariflichen Entlohnung und der Ausweitung der qualifizierten Aus-, Fort- und Weiterbildung den jetzigen und zukünftigen Bedarf für Sachsen- Anhalt decken zu können.

 

Magdeburg, 20. Juli 2017