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Dr. Ludwick Einicke

Jeder Tag – Frauentag.

Dieser „jede Tag“ muss nicht immer ein Tag mit Feierlichkeiten sein. Aber jeder Tag sollte –ob in der Familie oder am Arbeitsplatz – ein Tag sein, an dem wir alle der stillschweigenden Anerkennung der Rolle unserer Frauen gerecht werden. Das war wohl auch der tiefere Sinn des Kampfes fortschrittlicher sozialistischer Frauen und Männer am Anfang des vorigen Jahrhunderts für einen internationalen Tag derjenigen, die die Hälfte der Erdbevölkerung verkörpern. Sie haben es verdient, nicht nur an diesem 8.März mit schönen Reden geehrt zu werden, sondern tatsächlich im Geschlechterverhältnis gleichberechtigt anerkannt zu werden. Mögen die rechtlichen Bedingungen schon gute Voraussetzung dafür sein, allein - von einer tatsächlichen, alltäglichen Geschlechtergleichheit sind auch wir hierzulande noch weit entfernt. Welch schreiende Ungerechtigkeit, welch finstere mittelalterliche Rückständigkeit!

Dieser „jede Tag“ muss nicht immer ein Tag mit Feierlichkeiten sein. Aber jeder Tag sollte –ob in der Familie oder am Arbeitsplatz – ein Tag sein, an dem wir alle der stillschweigenden Anerkennung der Rolle unserer Frauen gerecht werden. Das war wohl auch der tiefere Sinn des Kampfes fortschrittlicher sozialistischer Frauen und Männer am Anfang des vorigen Jahrhunderts für einen internationalen Tag derjenigen, die die Hälfte der Erdbevölkerung verkörpern. Sie haben es verdient, nicht nur an diesem 8.März mit schönen Reden geehrt zu werden, sondern tatsächlich im Geschlechterverhältnis gleichberechtigt anerkannt zu werden. Mögen die rechtlichen Bedingungen schon gute Voraussetzung dafür sein, allein - von einer tatsächlichen, alltäglichen Geschlechtergleichheit sind auch wir hierzulande noch weit entfernt. Welch schreiende Ungerechtigkeit, welch finstere mittelalterliche Rückständigkeit!

Das waren auch Gedanken, die über der nachträglichen Veranstaltung zum Internationalen Frauentag standen, zu der die Landtags- und Kreistagsabgeordnete Monika Hohmann und die Ballenstedter Stadträtin Heike Bubenheim gemeinsam mit dem Ortsverband der Linkspartei für den 12.März  in den Weinkeller der Pension Am Markt eingeladen hatten.

Die große Zahl von über 20 teilnehmenden Frauen überraschte nicht nur die Einladerinnen,  die Zahl erfreute uns sehr.

Und die gekommen waren, taten es in der festen Absicht, sich auch zu äußern. Da gab es keine langen „Kunstpausen“ oder Anfangsschwierigkeiten. Nach ein paar wenigen Worten zur Geschichte dieses Tages und einigen Zitaten großer Männer der Geschichte zu unseren Frauen (Schiller „Ehret die Frauen“, Ephraim Kishon „…und die beste Ehefrau von allen.“) ging es gleich in medias res.

Dass die in der Einladung im Voraus geäußerte Erwartung einer lockeren Atmosphäre ohne Tabus tatsächlich ernst genommen wurde, überraschte positiv. Grundlage dafür war die erfrischend kritische Einschätzung der eigenen Abgeordnetentätigkeit und des Landes- und Kreisparlaments in Fragen, die heute Mütter (natürlich auch Männer) und Großeltern bewegen – und nicht selten erregen.

Die Situation im Bildungswesen unseres Landes, speziell auch im Harzkreis, das ewige und permanent Unruhe stiftende Hin und Her bei der Bestimmung der Schulstandorte usw. bot reichlich Stoff dafür. Interessant auch, dass aus anderen Orten der Umgebung Ballenstedts gleiche Erfahrungen vermittelt wurden. Dieses Thema, wie auch die derzeit verdächtige Ruhe zum Thema Umweltzerstörung durch „vorrangige“ ökonomische Interessen beim geplanten großflächigen Abbau von Grauwacke in unmittelbarer Nähe des „Erholungs- und Touristenortes“ Ballenstedt standen dann auch im Mittelpunkt der Diskussion.

Immer wieder kam man zu dem Schluß, dass der Umgang mit solchen, die Bürger bewegenden Zukunftsfragen ein großes Maß an Demokratie-Defiziten erkennen lässt. Oder anders gesagt: Das „Aussitzen“ oder „Gras drüber wachsen lassen“ ist seit jeher bekannt und nicht im Sinne einer gut funktionieren Bürgergemeinschaft, die eigentlich von Mitbestimmung lebt. Und Mitbestimmung lebt bekanntlich vom Mindesten – von der Information der Bürger. Da kam in der Diskussion immer wieder der Unglaube an die vielfach wiederholte Redensart der Verantwortlichen – „das ist ja noch lange nicht entschieden!“ – zum Ausdruck.

Es ließe sich noch viel Positives zu dieser Veranstaltung sagen, bei der auch mitunter amüsante Einblicke in die Geschichte der Behandlung der Frauen die Atmosphäre auflockerte, vorgetragen wurden.

Noch etwas: Es war erstaunlich und erfreulich zugleich, dass in der Diskussion in persönlichen Äußerungen einiger Teilnehmerinnen unsere verstorbene Ada Ahrens oft sehr gegenwärtig war. Die aufopfernde selbstlose Pflege der Grabstätte von Ada Ahrens durch eine der Teilnehmerinnen wurde besonders gewürdigt und ihr herzlich gedankt.

Eines haben die EinladerInnen besonders positiv vermerkt – der Wunsch nach ähnlichen Veranstaltungen in diesem Kreis in der Zukunft wurde mehrfach geäußert. Das lässt sich doch machen. Wir freuen uns darauf.

 

Dr.Ludwig Einicke