19. April 2017

Strategische Netzwerkarbeit gegen Kinderarmut

Unter großer Beteiligung zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter der Sozialverbände und Engagierter aus der Kinder- und Jugendarbeit fand heute im Magdeburger Landtag das Gründungstreffen für ein Netzwerk gegen Kinderarmut in Sachsen-Anhalt statt. Dazu erklären die gleichstellungspolitische Sprecherin Eva von Angern und die kinder- und familienpolitische Sprecherin Monika Hohmann:

„Die Zahlen sprechen Bände: Fast jedes dritte Kind in Sachsen-Anhalt durch Armut gefährdet. Im vergangenen Jahr lebten 72 495 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von staatlicher Grundsicherung. Das sind 72 495 Einzelschicksale, denn die Folgen der Armut sind so vielfältig wie gravierend: Schlechter Zugang zu Bildung, gesundheitliche Risiken, mangelnde soziale Teilhabe.

Für die wirksame Bekämpfung der Kinderarmut und ihrer Armutsfolgen sind ein breiter gesellschaftlicher Diskurs und Konsens notwendig. Wir haben uns darauf verständigt künftig als Netzwerk eine Gesamtstrategie mit konkreten Maßnahmen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene zu erarbeiten und einen deutlichen Appell an die verantwortlichen Akteure aus der Politik zu richten. Dabei begreifen wir unser Engagement als Querschnittaufgabe, die sowohl Chancengerechtigkeit im Bildungssystem, arbeitsmarkt- und sozialpolitische Reformen aber auch Schutz und Teilhabe im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention in den Blick nimmt.

Ihre Bereitschaft zur Mitarbeit im Netzwerk haben die Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V., das Familienhaus Magdeburg, ver.di Sachsen-Anhalt, der Familienbeirat Sachsen-Anhalt, die Vereine Tierisch geborgen und KinderStärken e.V. sowie weitere Organisationen, Parteien und Vereine signalisiert.

Auf dem nächsten Treffen am 23. Juni werden konkrete Schritte und Arbeitsabläufe des Netzwerks diskutiert und vereinbart.“